Dr.   Ehsan Salehs Würdigung


 Alle Volker ehren ihre patriotischen  Persönlichkeiten, nach ihren Ermessen und Möglichkeiten. Nicht nur zur Prägung deren Leistungen sondern auch, sie als Vorbilder  zum Nachahmen  für ihr Nachkommen im Gedächtnis zu behalten. Durch Errichtung von  Statuen und Namensgebung ihrer   Straßen usw., verewigen sie Ihre vorbildlichen Persönlichkeiten nach ihren verdienstvollen Leistungen für ihr Volk.   

Gemäß unserer bescheidenen Möglichkeiten, begnügen wir uns heute mit der Ehrung unsere 10. Kulturtage mit dem Namen unseres  Ehrenvorsitzenden Herrn Dr. Ehsan Saleh. Wir wollten uns heute bei Herrn Dr. Ehsan, persönlich für seine verdienstvollen Leistungen bedanken. Als enger Freund und Wegbegleiter von  Dr. Ehsan, möchte ich zum heutigen Tag kurz das Wort ergreifen.  

 Nach, über  drei Jahrzehnten nur positive Erfahrung  mit ihm und Kenner seiner Beweggründe, möchte ich kurz zur Würdigung seiner beispielhaften Leitungen meinen Beitrag leisten. Bereits nach wenigen Begegnungen, gewannen wir das gegenseitige Vertrauen. Fasziniert hat er mich in erster Linie, wie er als ein hilfsbereiter Arzt, honorarlos nach dem Motto“ was kann ich für mein beklagtes Volk tun“ ohne sich die Gegenfrage „ was tut es für mich“ zu stellen, stets handelte. Geschichtsbewusst und getrieben vom Verpflichtungsgefühl, der Linderung der Schicksalsschläge seines tscherkessischen Volkes, und seinem Erwachen hat Ehsan seinen Beitrag  geleistet. Mit der festen Überzeugung, dass wir unsern Untergang nur durch Repatriierung in unsere Urheimat verhindern können, richtet er seine Aktionen. Manche Rückschläge und Enttäuschungen hielten ihn nicht davon ab,  seinen Beitrag zu leisten.  Was ihn besonders neben seiner Beharrlichkeit zur Leistungserbringung, auszeichnet, ist die Tatsache, dass er sehr häufig im Namen des Vereins oder des Fonds agierte, obwohl sein eigener Beitrag, überwog.

Mit unserem nationalen Schicksal;  der Urheimat beraubt und zerstreut in aller Welt, ohne ein autarkes Staatsgebilde im Hintergrund, sich als Volk seit dem 19.JH. noch zu behaupten, ist zahlreichen Patrioten wie Ehsan zu verdanken. Ähnlich wie die Gründer der ersten  Tscherkessischen Kulturvereine in München Masuud Schurdum (aus Istanbul) und in Wuppertal Adel Muhamkery, Хьэщокъуэ (aus Amman), die den ersten Grundstein für uns  legten. Ohne auf die Problematik von damals näher eizugehen, haben wir unseren heutigen Zustand und was wir erreicht haben,  deren Vorarbeit es zu verdanken. Dank der vermehrten Vereine ist uns die erste Gruppenreise aus acht Personen in den  Kaukasus (Mai 1984), gelungen. Durch Gegenbesuche aus dem Kaukasus, legten den Grundstein zur ersten nationalen Brücke, die zur Gründung unseres internationalen Vereins (DAX) und der FDTKV, führte. Weitere Vereinsgründungen, nicht nur in Deutschland auch in Europa und Intensivierung der internationalen  Zusammenarbeit waren die Folgen. Weltpolitische Ereignisse wie die Gründung der Republik Adygheya und der Krieg in Abchasien, trugen zwar zu unserer nationalen Selbstfindung bei,  gleichzeitig aber mit enormen Herausforderungen zur solidarischen Selbsthilfe.  Mit all seinen vorbildlichen Aktionen und mit dem Wunsch  viele Nachahmer  zu stimulieren, nahm Ehsan diese Herausforderungen  an. 

Als sichtbare Plattformen für  Künftige Gruppenaktionen, rief er den Tscherkessischen Kulturverein in Oyten,   ins Leben, gefolgt mit dem Cheko Pchuante 1989.   Beide Plattformen haben zwar, zeitlich sehr unterschiedliche Entwicklungsphasen, aber für Mitwirkende, übten und üben sie immer noch, vorbildliche Leistungen in humanitären und kulturellen Bereichen. Hervorheben möchte hier die große Sammelaktion des Vereins 1992 für Maikop, wo fast alle Tscherkessen in Norddeutschland, mitwirkten. Ebenso seinen Beitrag mit Wissenschaftlern der Uni Maikop zur Wiedersammlung unserer alten Kultur in der Diaspora. Auch der Beitrag unserer Gemeinde in Deutschland zur Repatriierung unserer Landsleute aus dem Kosovo in den Kaukasus, wobei  Ehsan mit mehr als 50% aus eigenen Mittel dazu steuerte.

Wie effektiv und unerlässlich ein funktionierender Cheko Pchuante ist, haben uns seine Aktionen in den   Bürgerkriegsjahren in Syrien, deutlich bewiesen. Trotzt der sehr langsam angewachsene  Beteiligungen- auf gerade 45 Personen insgesamt, hat es uns in 5 Jahren die Sammlung von 147000 € und Notlinderung mit 126000€, ermöglicht.

Ehsan hat sich auch im Alleingang um zahlreiche  humanitäre und kulturelle Projekte, die wir kennen  gewidmet. Hervorheben möchte ich  das Projekt Kindergarten für Tscherkessen in Damaskus. Einen vollausgestatten Kindergarten  einschließlich  Nebenkosten stellte  Ehsan, dem  tscherkessischen Hauptverein dort, mietfrei für alle Zeiten am 27.07.2002 zur Verfügung.  Die einzige Bedingung, die Ehsan stellte, war, die Räumlichkeiten sollten nur zweckgebunden verwendet werden. Den Kindern sollte hauptsächlich, Tscherkessisch beigebracht werden. Der Kindergarten mit dem Namen „Ehsans Kinderklub“ wurde mit Begeisterung errichtet. Als er voll enttäuscht bereits nach 8 Jahren feststellte, dass für die Muttersprache nur noch   2 Stunden in der Woche, vorgesehen war, sah er sich 2012 veranlasst, den Kindergarten vorläufig zu schließen.

Besonders sehr enttäuschend ist, dass der vorgeschoben Grund zur Reduzierung der Stunden zur Sprachunterricht,  der Wunsch der Eltern gewesen sei. Die steigende positive Entwicklung, auch Seiten der Eltern, widderspricht dem vorgeschobenen Grund. Es deutet nur auf Mangel an Zivilcourage der Verantwortlichen

Da Ehsans Leistungen in anderen Anlässen im Einzelnen auch gewürdigt werden, begnüge ich mich  damit.

Dass unsere 10. Veranstaltung heute, seinen Namen trägt ist mehr als berechtigt. Alleine für sein Projekt Kindergarten in Damaskus, dessen Aktivitäten uns vorgeführt werden, war Anlass Ehsan zu würdigen.  Er war  und ist immer noch die Lokomotive, die uns ans   Ziel bringt.

Bei diesem Anlass möchte ich nicht versäumen, auch die positive Rolle seiner lieben Frau Anne Dorothee, die ihm beisteht zu würdigen.

Im Namen aller danken wir Euch beiden sehr herzlich und wünschen Euch – neben Gesundheit das aller Beste. Auch, dass wir mit Euch die Wiederaufnahme der vorgesehen Aktivität des Kindergartens in Damaskus, gemeinsam bald erleben werden.

Vielen Dank für geduldiges Zuhören

Euer Omar- Farouk

Damme 2018

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